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    Udo Weinbörner




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  • DIESER SOMMER IN TRIEST!

    Ein spannender Sommerroman für Italienliebhaber



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    Georg Büchner
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    Dieser Sommer in Triest

Copyright 2019

 DIE GEDICHTE

- Zufällige Auswahl -

 

                                                                        Udo Weinbörner Das Paradiesgärtlein Gedicht mit Bild

 

Wir müssten uns doch warnen bild

 

 

 

microhinten

 

 

Blues                               

Ich hab‘ die Wahrheit nicht zerbissen,

kein Wort gebrochen, zwischen uns kein Band zerrissen,

möchte nur, dass du mir glaubst,

vielleicht ist alles wahr, was ich erzählte,

man sollte mir den Kopf bis zu den Füßen waschen,

schau ruhig hinein, hab‘ keine Lügen in den Taschen,

blauschwer liegen darin mir noch vom Blues die Noten,

die mit Flügelschatten der Gitarrensaiten

Tränen trocknen und müde Augen weiten,

Töne wie von Götterboten,

samtleise, dunkle Worte sing‘ ich dir zur Nacht,

fremd in einer Sprache,

die man nicht verlernen kann,

zwölf Takte lang, immer wieder davon,

wie alles zwischen uns begann.

(2018)

microhinten

 

 

   

 

 

 

                             

 

 

       Weihnachten 2018 

Es ist nur richtig,

wenn es sich wie neu anfühlt.

Es ist nur wichtig,

wenn es uns ganz tief aufwühlt.

Es ist die Erinnerung,

die uns berührt.

Wir haben heute Gäste,

die längst gegangen sind.

Sie kommen mit Kleid und Schmuck,

mit Hut und Weste.

                                              

Serviert wird:

Von allen Wünschen - nur das Beste.

Sie wissen ja um unsere Hoffnung,

unsere Liebe, all‘ die Gaben,

die gesammelt in all den Jahren

wir auf unserem Zettel haben.

Nach Mitternacht schließ‘ ich zum Kerzenschein

ganz leis‘ die Tür

und meine Zuversicht allein, die schmiedet mir

einen Sack voller Pläne,

damit ich dich zu Herzen nehme,

unschuldig und für die Welt dort draußen blind,

weil wir in dieser Nacht errettet sind

und jeder Zauber so beginnt.

 

 

Vom Wert der Dinge

Wo die Worte knapp werden,

ist die Sprache wertvoll.

Wo die Bilder dicht beieinanderstehen,

wachsen die Perspektiven.

Wo am hintersten Regal einer Buchhandlung

ein Finger zärtlich über einen schönen Buchrücken streicht

und ein Leser das nur wenig bedruckte Papier bestaunt,

bin ich zu Hause.

 Meckenheim Apfelernte

Herbst

Die Herbstzeitlosen hungerts' nach dem Leben,  

das klopft in allen Herzen.

Kalt bläst der Wind an kurzen Tagen,

schickt Grüße nur in fremden Sprachen.       

Auf dem Stoppelfeld noch einmal küssen,

der Hecken wilde Rosen schneiden.

Es ist eine Sehnsucht in den Dingen,

doch in der Zartheit liegt die Lüge.

Am Fluss stehen wir und halten uns fest,

es ist dieses Verlangen,

an dem wir sterben müssen,

weil alle Schönheit uns verlässt.

 

Meckenheim Sonnenblumen

                               

        Herbstzeitlose

                     Reetgedeckt sind deine Fragen,

                   wo meine Sätze Schindeln tragen,

                   ein Sonnenstahl hat dich geweckt,

                   ich hör‘ dein Herz leis‘ an der Türe schlagen,

                   mein Himmel ist mit Wolkengrau bedeckt,

                   weil Bäume seine Farben wagen.

                   Scharf bläst der Wind mir Tränen ins Gesicht,

                   dein Sommerkleid schwingt wie ein Lied,

                   du lachst und spürst die Kälte nicht,

                   es bleibt ein Wunder mir, dass es dich gibt.

 

 

 

 gedichttitel 001

Schützenfest

Die Blasmusik im Badezuber

gereinigt von den Schatten

marschiert in grellem Fackelschein

das pralle Luder

Eitelkeit aufs‘ Neue zu begatten.

Es krachen Pauken wie die Schüsse

ein Trommelwirbel bohrt sich tief ins Herz

der Major trägt Spitzbart für die Küsse

die Königin - sehr blond - macht einen Scherz.

Im Zelt verkaufen Mädchen ihre Zöpfe

sie treibens‘ bunt bis hitzefrei

der Schnaps brennt laut in ihren Köpfen

man schreit nach Bier und alten Liedern

ein Kellner eilt herbei.

Die Welt ist eine große Wiese

unschuldig war sie nie

und keine Zeit ist schön wie diese

des Königs Tochter zeigt viel Knie.

Und wenn sichs‘ ausgegröhlet hat

dann gähnt der müde Kopf

man träumt im Rausch von mancher Heldentat

und überm‘ Bett, da hängt ein Zopf.


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Wetterwendig

Komm, lass uns vom Wetter reden,

wenn bei solch‘ verkühltem Sommerregen                               20170527 120405aeaeop

selbst die Hühner kleine Eier legen,

mach’s dir auf meiner Couch bequem,

musst dich nicht regen,

allenfalls die rechte Hand verträumt

zum Rotweinglas bewegen.

Die Welt verkommt,

selbst Jahreszeiten versäumen ihre Pflichten,

wohl dem, der sich mit gutem Wein belohnt,  

der gnädig stimmt,

Kohlen, Holz und selbst die Heizung schont,

selbst wenn Britannien nicht mehr in Europa wohnt,

in jedem Land bald irgend solch ein Hohlkopf thront,

alkoholbenebelt, mit leicht gelöster Zunge wird man’s schon richten.

Du spürst es schon, ich bin verkühlt,

hab‘ mich heute wieder durch den Dreck gewühlt,

von Nationalen, Islamisten, von all den Gierigen und Faschisten

und durch die Titelseiten mit den Opfern und den Todeslisten,

so gern hätte ich dabei etwas gefühlt, gehasst, gestritten oder nur gebrüllt,

doch dieses Wetter spült das alles runter,

die Bitterkeit, die Trauer, allenfalls bleib ich gekränkt,

gerade so, als würd‘ ich schlafwandelnd nicht mehr munter

und hätte mir mein Seelchen nur verrenkt.

Komm‘ her zu mir, lass‘ uns vom Wetter reden,

die Welt ist heute rasend blöd, wir stehn‘ daneben

und lass‘ zur Feier dann, ein weiteres Glas uns heben,

zu alt, zu klug, zu schwach, um zu marschieren, lass‘ uns doch einfach leben!

Und welch ein Wunder bei dem kalten Regen

wachsen meiner Liebsten tausend Sommersprossen,

auch trägt sie im Sommer Kleider unverdrossen,

dazu die schönsten Waden,

ach ja, hab‘ keine Zeit, das Treffen heut‘ zum Rotwein?

Den Weltenbrand zu löschen, ein wenig stochern in der Asche …

Völlig ausgeschlossen!

Ein wenig Zweisamkeit mit meiner Liebsten kann nicht schaden …

Mein Freund, hier nimm die Flasche,

rette du die Welt erst mal allein!

 

 

Aufrecht gehen/Wi(e)derstehen - ein Gedenken

 

Anschläge von Paris am 13. 11. 2015 mit über 130 Toten

Sprachlos fehlen mir die Worte für Literatur diesen Monat;

all dieser Hass, all diese Toten, dieses unsägliche Leiden.                          an manchen 001

Eine Religion, die nicht zur Liebe befähigt,

ist nichts als eine hohle Illusion.

Ein Staat, der auf Hass und Tod und Schrecken

nur mit Macht und Militär antwortet,

ist in seinem Bestand gefährdet,

denn jeder einzelne Mensch

ist sein schwächstes

Glied.

Auf Gräbern kann man schlecht tanzen

und Schiffe, die mit Hass beladen, segeln,

stranden in dem Meer von Tränen.

Es gibt nur eine Antwort

auf diesen Irrsinn,

dieses Töten

von Paris:

Frieden!

 

 

 


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